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Santatra e.V.
Partnerschaft mit den Menschen in Madagaskar
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Liebe Mitglieder und Freunde von Santatra,
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die Entwicklungen in Madagaskar schreiten voran: Dem Staatspräsidenten Andry Rajoelina, der sich ins Ausland abgesetzt hat, wurde sein Amt und die Staatsbürgerschaft entzogen. Das Militär hat die Macht übernommen. Das wird in den Medien als Militärputsch bezeichnet. Ich glaube aber, dass die Mehrheit der Madagassen froh über den Regierungswechsel ist und darüber, dass die öffentliche Ordnung gesichert wird. In diesen Tagen wurde eine Übergangsregierung ernannt. Alle MinisterInnen sind angehalten in den nächsten zwei Monaten „zu liefern“. In spätestens zwei Jahren sollen reguläre Wahlen stattfinden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt. Und zu hoffen, dass nicht alle ausländischen Mittel eingefroren werden. Das wäre für die Bevölkerung fatal. Weiter unten ist noch eine gute Beschreibung einer Frau, die in Madagaskar lebt.
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Im Team in Farafangana hat es einen Personalwechsel gegeben: Der bisherige Verantwortliche für die Planung und Finanzen, M. Richard Chan Long Chin ist in den Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger ist der 44jährige. Garosy Onja Tsitohaina.
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Das Team berichtete kürzlich von einer Elternversammlung, bei der die Eltern angehalten wurden, vermehrt ihre Erziehungsaufgaben wahrzunehmen, den Kindern Zeit für die Erledigung von Hausaufgaben zu geben und sie zu motivieren zu lernen. Bei etwa 26 Grad Temperaturen gehen die Aktivitäten, die mit den Baumschulen zusammenhängen, gut voran. Aktuell steht die Pflege der Pflanzen an, parallel zu den Aufforstungsmaßnahmen. Diese Aktionen tragen zur Konsolidierung des Erreichten von früheren Zeiträumen bei und sichern das Überleben und gute Wachstum der jungen Pflanzen.
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In eigener Sache: Uns ist aufgefallen, dass wir unsere Satzung noch verbessern können. Dazu wollen sich zwei Mitglieder in den nächsten Wochen zusammensetzen und Vorschläge erarbeiten. Wer von euch Freude an der Arbeit mit Satzungen hat, möge sich bitte direkt bei unserer Schatzmeisterin Maria Hartmann maria.hartmann@santatra.de melden.
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Herzliche Grüße im Namen des gesamten Vorstands
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Santatra – Partnerschaft mit den Menschen in Madagaskar e.V.
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Tel: +49 (0) 56 42 66 17 E-Mail: kontakt@santatra.de Internet: Santatra e.V.
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Bank für Sozialwirtschaft
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BFSWDE33XXX DE68 3702 0500 0001 6352 01
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Rückmeldung einer unserer Spenderinnen: Ich sitze gerade in der Sonne vor meinem Haus und habe den Bericht gelesen. Danke! Es scheint mir immer wieder „beschämend“, kaum fassbar, in welchem Überfluss, in welchem Kokon des Versorgtseins wir leben…und zuweilen auf höchstem Niveau jammern.
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Aufgrund einer neuen EU-Verordnung kann es bei Banküberweisungen ab sofort zu einem Hinweis kommen, dass der Empfängername nicht mit dem bei der Bank hinterlegten Namen übereinstimme. Bitte lasst euch davon nicht verunsichern: Ihr könnt wie gewohnt an Santatra spenden – das Geld kommt zuverlässig bei uns an. Die neue Regelung verlangt lediglich, dass Banken den Empfängernamen überprüfen und bei der kleinsten Abweichung eine Meldung anzeigen. Für euch ändert sich dadurch nichts an der Überweisung. Vielen Dank für eure Unterstützung!
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Bericht vom 29.10.2025 zur aktuellen Lage in Madagaskar:
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Nach 3 Wochen Repression mit Tränengas und Gummigeschossen (über 20 Tote in mehreren Städten), gesperrten Straßen, allgemeinem Stillstand und Ausgangsperre im ganzen Land, schloss sich eine spezielle Armeeeinheit / CAPSAT der demonstrierenden Bevölkerung an und führte am 11. Oktober den Demonstrationszug unter Applaus und Jubel auf den Platz des 13. Mai, das Symbol des Widerstandes vor dem Rathaus der Hauptstadt.
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Zwei Tage später traten auch alle Staatsverwaltungen und Ministerien sowie Gewerkschaften in den Generalstreik und unterstützten die Studenten und Schüler / Gen Z. Der bisherige Präsident versuchte mit Hilfe seines Machtapparats und seiner Anhänger die Lage umzudrehen, zog es aber schließlich vor zu fliehen. Vorher begnadigte er acht „politische Häftlinge“: 2 hohe franco-madagassische Offiziere, die wegen eines angeblichen Attentatsversuchs auf den Staatspräsidenten zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden, die 6 anderen aber saßen wegen Geldwäsche, Veruntreuungen, illegalen Verkauf/Export von Schildkröten u.a. im Hochsicherheitszuchthaus. Sie waren also keine politischen Gefangene.
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Der Präsident wurde u.a. wohl dank seines Begnadigungsdekrets von Sainte Marie aus mit einem französischen Militärflugzeug nach Mauritius „exfiltriert“. Sein Premierminister und der Senatspräsident samt Familien und viel Gepäck sind inzwischen nach z.T. abenteuerlichen Flügen in Privatmaschinen in Dubai versammelt. Ein mitfliegender, in Dubai extrem reich gewordener madagassischer Unternehmer und Freund der Machthaber wurde bei einer nicht angemeldeten mitternächtlichen Zwischenlandung auf Mauritius von den dortigen Finanzbehörden wegen Geldwäsche, Korruption und Veruntreuungen in Haft genommen. Der Fall schlägt dort hohe Wellen, die Öffentlichkeit sieht hohe Politiker in Mauritius verwickelt.
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Am 14. Oktober stellte der CAPSAT-Kommandant offiziell die „Machtvakanz“ (Aufgabe seines Postens durch den Präsidenten) fest, erklärte seine Absetzung und übernahm in Abstimmung mit seinen Kollegen der Gendarmerie und der Polizei die Macht. Der Kommandeur, Oberst Michael Randrianirina, stellte sich als neuer Staatschef für die Wiedererneuerung / “Refondation“ der Republik Madagaskars vor. Er wurde von dem kurz vorher aufgelösten Hohen Verfassungsgericht feierlich bestätigt und in Anwesenheit der im Land ansässigen, der Situation wegen (Staatsstreich durch Militärs??) etwas unsicheren Diplomaten vereidigt. Er kündigt an, das Land für die gesamte Bevölkerung in den Städten und auf dem Lande mit grundlegenden Reformen wiederaufzubauen. Er gibt sich dafür zwei Jahre Zeit, bis zu dann anschließenden Wahlen.
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In der Konfusion dieses Tages wurde der Präsident gleich dreimal abgesetzt: erst durch die Militärs (CAPSAT), dann durch das Parlament (das der flüchtige Präsident seinerseits eine Stunde vorher aus dem „off“ aufgelöst hatte, und schließlich vom obersten Gerichtshof, der vorsichtshalber eigentlich schon von CAPSAT aufgelöst worden war. (Vielleicht ein Fall für das Guinness-Buch der Rekorde?). Alle, auch die Menschen in den Provinzen, begrüßten die Wendung, man wurde endlich den längst zutiefst unbeliebten Präsidenten los. Die mitdemonstrierende Bevölkerung dankte den jungen Leuten überschwänglich. Sie hatten ohne eigentliche Führung die Bewegung organisiert, friedlich demonstriert und den Repressalien getrotzt. Trotzdem war man nicht ganz sicher, ob sich nicht die alte Macht neu organisierte.
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Als der neue Präsident alle Botschafter im Präsidentenpalast empfing und ihnen seine Politik der Erneuerung vorstellte, war man erleichtert zu erfahren, dass die bisherige politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht durch einen möglicherweise als „Militärputsch“ eingestuften Machtwechsel gefährdet bzw. unterbrochen werden würde.
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Der neue Staatschef bemühte sich, wie er erklärte, schnell eine neue Mannschaft auszusuchen, was kein leichtes Unterfangen ist für jemanden, der keine politische Erfahrung und Vernetzung hat. Die alte Garde der meisten Politiker war aktiv interessiert, wieder mitzumischen. Ein neuer Premierminister, aus dem Unternehmer- und Bankbereich, wurde ernannt. Die jungen Anführer der Proteste / Gen Z sind aber nicht mit der Wahl zufrieden, zumal sie nicht weiter gefragt und beteiligt wurden. Sie fühlen sich als Steigbügelhalter (Trittleiter) benutzt. Tatsächlich fehlte ihnen wegen ihrer Unerfahrenheit und Jugend eine Strategie. Sie bauten erst vor ein paar Tagen ein „Jugendparlament“ auf, um eine Plattform zu haben.
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Nun wurde heute (28.10.2025) endlich die mit großer Spannung erwartete neue Regierung vorgestellt: 29 Minister, darunter 10 Frauen, manche alte "Schlachtrösser", manche postiv, andere negativ bekannt. Viele unbekannt. Die Gen Z hat erneut ihre Enttäuschung geäußert, es seien u.a. alte Politiker "recycelt" worden. Sie sind sehr skeptisch für den Verlauf der politischen Arbeit.
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Während des gestrigen ersten Ministerrats erklärte der neue Staatschef mit dem Premierminister, dass die Minister eine "Probezeit" von 2 Monaten haben und nach Ablauf dieser Zeit ausgetauscht werden, wenn sie es nicht schaffen, Effizienz in ihrer Arbeit zu zeigen.
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Er erinnert an die 6 Leitlinien, Prioritäten und Hauptziele seiner Politik, die den während des Protestes zum Ausdruck gebrachten Forderungen der Bevölkerung entsprechen:
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Energie/Strom, Wasser, Gesundheit, Erziehung und Bildung guter Qualität, Arbeitsplätze für die Jugend, Zusammenarbeit und Wirken für die Erneuerung des Landes.
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